Barcamp Mainz_ Ein Rückblick vom Sessionmaster

Am Wochenende fand das erste Barcamp in Mainz statt. Für mich war es das fünfte Barcamp und auch ein besonderes, denn ich war zum ersten Mal bei der Organisation dabei.

Ich muss sagen, für mich war es auch das intensivste Barcamp bisher. Ich bin noch ein Tag danach total geplättet. Von meiner Orga-Seite muss ich sagen, bin ich wirklich überrascht. Alles mögliche hätte schief gehen können, aber kaum etwas ist wirklich in die Hose gegangen. Es gab genug und rechtzeitig zu essen und zu trinken. Alle haben früher oder später die Location oder ihren Raum gefunden. Und sogar das WLAN hat für die meisten reibungslos funktioniert. Dafür, dass wir alle zum ersten mal ein Barcamp organisiert haben, war das eine großartige Leistung vom ganzen Team, auf das ich wirklich stolz bin.

Durch eine Mischung aus Zufall und Improvisation bin ich zum “Sessionmaster” geworden. Vielleicht zum ersten Mal auf einem Barcamp wurde so eine Institution eingeführt, die die Aufgabe hatte, einen Sessionplan aus den Vorschlägen zu entwickeln. Zum Glück war ich nicht allein, sondern wurde von Michaela H. unterstützt. Was haben wir gemacht und wie? Jeder Sessionvorschlag wurde auf einer Karteikarte geschrieben oder gedruckt. Nach der Vorstellung jeder einzelnen Session haben wir die Handmeldungen zur Session geschätzt und auf die Karte notiert. Danach haben wir die Sessions nach Größe sortiert. Die Sessions mit dem größten Interesse wurden in den größten Raum gelegt und so alle Sessions über die Räume verteilt. Als nächstes wurde je Timeslot geschaut, dass zwei Sessions mit einem ähnlichem Thema nicht parallel stattfinden. So wurde noch etwas hin und her geschoben und zusätzlich versucht, Wunschtermine zu berücksichtigen.

Ich glaube, dieses Verfahren war nicht schlecht. In den wenigsten Fällen sollte sich Themen überschnitten haben. Dafür musste aber ein Barcamp-Grundgedanke geopfert werden, dass die Community selbst den Sessionplan erstellt. Ich habe aber auf keinem Barcamp bisher erlebt, dass es nicht irgendwo eine ordnende Hand gab, die die Sessions etwas sortiert hat. Von daher hat das Kind auf dem Barcamp Mainz nur einen Namen bzw. Gesicht bekommen und wurde hier zugegebenermaßen noch etwas straffer durchgezogen. Dass Sessions mit den meisten Stimmen parallel liefen, ist ein hartnäckiges Gerücht, dass ich nicht mehr nachverfolgen kann. Wenn, dann gab es dafür einen guten Grund, wie zum Beispiel ein Wunschzeitpunkt des Vortragenden. Auch auf professionellen Konferenzen habe ich schon viele wirklich haarstreubende thematische Überlappungen gesehen. Dafür aber haben wir alles möglich gemacht, um alle Sessions auch stattfinden zu lassen und haben dafür sogar noch kurzfristig angebaut.

Würde ich anderen Barcamps einen Sessionmaster empfehlen? Warum nicht! Ich habe schon oft genug vor Sessionplänen gestanden und mich geärgert, dass vergleichbare Themen stattfanden. Muss man sich dafür so “geheim” zurückziehen? Ehrlich gesagt ja. Wenn mehr als drei oder vier Leute mitdiskutieren, kommt es nie zur Einigung. Denn die ganze Sessionplanung steht auch unter Zeitdruck, damit 20 bis 30 Minuten später die erste Session starten kann. Warum habe ich diese Rolle übernommen? Ich hatte mich angeboten bei der Sessionplanung zu unterstützen, weil ich aus dem Team die meisten Barcamps besucht habe und dadurch viele Planungen schon gesehen habe. Dass dann daraus die Rolle des “Sessionmasters” wurde, ist, wie hier beschrieben, irgendwo zwischen Zufall und Improvisation anzuordnen.

Sehr beeindruckend beim Barcamp war aber wirklich die spürbare Kraft der Masse. Am Ende des zweiten Tages hatten wir alle Anwesenden gebeten kurz ein paar Sachen hochzutragen. Daraus wurde eine 20-Minuten-Aktion, in der der gesamte Catering-Bereich abgebaut war, den das Orga-Team in ca. 6 Stunden aufgebaut hat. Das war wirklich irre zu sehen. Vielen Dank an alle, die dabei geholfen haben. Die thematische Vielfalt fand ich super und über die Qualität der Vorträge bin ich immer wieder beeindruckt. Die Frage nach der Vorstellungsrunde ist etwas philosophisch. Bin aber auch eher dafür. Pro&Contra-Argumente dazu wurden genug ausgetauscht.

Ich fand das Barcamp Mainz großartig, faszinierend und beeindruckend. Die Arbeit im Orga-Team hat sehr viel Spaß gemacht, weil sich eine wirklich engagierte und sympathische Truppe gefunden hat. Ich bin auch nächstes mal dabei.

Weitere Meinungen hier, hier, hier und hier.

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| December 1st, 2009 | Posted in Tipps |

10 Responses to “Barcamp Mainz_ Ein Rückblick vom Sessionmaster”

  1. Tweets die web20typ_ – Barcamp Mainz_ Ein Rückblick vom Sessionmaster erwähnt -- Topsy.com Says:

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Matthias Thürling, Gunthart Mau erwähnt. Gunthart Mau sagte: RT @web20typ Rückblick auf das Barcamp Mainz #bcmz und wie die Sessions geplant wurden http://bit.ly/6ETP2R […]

  2. paulinepauline Says:

    ich weiß nicht mehr, bei welchem barcamp, ich glaube rhein-neckar oder leipzig, wurden die sessions auch schon von einer person verteilt und auch dort gab es schon unmut. dass sich dadurch überlappungen vermeiden lassen, glaube ich nicht, denn die kurze umfrage am ende des barcamps hat ja gezeigt, dass dennoch viele mit konkurrierenden sessions gekämpft haben. zeit spart man dadurch auch nicht. stattdesssen verliert man ein stück barcamp und wandert weiter in richtung organisierte konferenz. meine meinung. 🙂

  3. paulinepauline Says:

    ich weiß nicht mehr, bei welchem barcamp, ich glaube rhein-neckar oder leipzig, wurden die sessions auch schon von einer person verteilt und auch dort gab es schon unmut. dass sich dadurch überlappungen vermeiden lassen, glaube ich nicht, denn die kurze umfrage am ende des barcamps hat ja gezeigt, dass dennoch viele mit konkurrierenden sessions gekämpft haben. zeit spart man dadurch auch nicht. stattdesssen verliert man ein stück barcamp und wandert weiter in richtung organisierte konferenz. meine meinung. 🙂

  4. Matthias Thürling Says:

    Aaah. Sehr cool. Den Sessionmaster gab es also schon früher. Wie gesagt, ich finde (von außen betrachtet) das nicht soo schlecht. Dass einen mehrere Sessions gleichzeitig interessieren, finde ich eher positiv. Auch ich musste ringen in welche Sessions ich jetzt lieber gehen will. Direkt inhaltliche Überlappungen sollten aber vermieden werden.

    Was die Vorstellungsrunde angeht: Ja, ich bin auch eher dafür. Ich habe mich bei der Feedback-Runde auch ans Barcamp Stuttgart erinnert, wo ich auch mir 3-4 Leute gemerkt habe, die mein Thema teilen. Von daher stimme ich dir zu.

  5. Matthias Thürling Says:

    Aaah. Sehr cool. Den Sessionmaster gab es also schon früher. Wie gesagt, ich finde (von außen betrachtet) das nicht soo schlecht. Dass einen mehrere Sessions gleichzeitig interessieren, finde ich eher positiv. Auch ich musste ringen in welche Sessions ich jetzt lieber gehen will. Direkt inhaltliche Überlappungen sollten aber vermieden werden.

    Was die Vorstellungsrunde angeht: Ja, ich bin auch eher dafür. Ich habe mich bei der Feedback-Runde auch ans Barcamp Stuttgart erinnert, wo ich auch mir 3-4 Leute gemerkt habe, die mein Thema teilen. Von daher stimme ich dir zu.

  6. Thomas Rühl Says:

    Es war zwar mein erstes BarCamp überhaupt – aber ich muss sagen, mich begeistert das Konzept vollends. Selten erlebt man eine solch geballte Kompetenz auf einem Fleck. Die Qualität der Sessions war durchweg gut, was sich überaus positiv in meiner Zufriedenheit, gekommen zu sein, niderschlug. Die Organisation fand ich sehr gut, mir sind keine groben Schnitzer aufgefallen.

    Alles in allem muss ich sagen, dass dies garantiert nicht mein letztes BarCamp war und ich überlege auch schon, nächstes mal auch eine Session vorzuschlagen. Falls Hilfe im Orga-Team gebraucht wird, nur zu… ich wäre gern dabei.

    Cheers, Thomas

  7. Thomas Rühl Says:

    Es war zwar mein erstes BarCamp überhaupt – aber ich muss sagen, mich begeistert das Konzept vollends. Selten erlebt man eine solch geballte Kompetenz auf einem Fleck. Die Qualität der Sessions war durchweg gut, was sich überaus positiv in meiner Zufriedenheit, gekommen zu sein, niderschlug. Die Organisation fand ich sehr gut, mir sind keine groben Schnitzer aufgefallen.

    Alles in allem muss ich sagen, dass dies garantiert nicht mein letztes BarCamp war und ich überlege auch schon, nächstes mal auch eine Session vorzuschlagen. Falls Hilfe im Orga-Team gebraucht wird, nur zu… ich wäre gern dabei.

    Cheers, Thomas

  8. Sascha Goebel Says:

    Vielen Dank noch mal für die super Organisation der Sessions und des ganzen BarCamp. Ich bin gerne wieder dabei.

  9. Sascha Goebel Says:

    Vielen Dank noch mal für die super Organisation der Sessions und des ganzen BarCamp. Ich bin gerne wieder dabei.

  10. Rückschau aufs Barcamp Mainz - Sperrobjekt Weblog Says:

    […] bei manchen Entscheidungen eine andere Position vertreten: Vorstellungsrunde, Sessionplanung (auch hier), Warm-Up-Party-Location und Mensa-Essen haben mir nicht so gefallen. Aber das sind Details. […]